Agoraphobie

Menschen, die sich vor weiten Plätzen, speziellen Orten oder vor grossen Menschenansammlungen fürchten, leiden unter einer Agoraphobie. Betroffene reagieren oft mit übersteigertem Kontrollverhalten.

Die Agoraphobie ist nicht zu verwechseln mit der Klaustrophobie, also der spezifischen Angst vor engen, geschlossenen Räumen. Vielmehr sind es Ängste vor bestimmten Situationen. Etwa davor, nicht schnell genug flüchten zu können, bei einem Unfall nicht rechtzeitig versorgt zu werden oder in peinliche Situationen zu geraten. Betroffene meiden deshalb unvorhersehbare und unüberschaubare Situationen wie öffentliche Plätze, längere Reisen oder Massenveranstaltungen. Ohne therapeutische Hilfe spitzt sich dieses Verhaltensmuster dauernd zu. Im schlimmsten Fall leiden Betroffene schon beim Gedanken, das Haus zu verlassen unter Panikattacken. Soziale Isolation ist somit eine mögliche Folge der Erkrankungen.

Mangelndes Vertrauen in sich und die Umwelt

Die Agoraphobie tritt oft in der Folge von Krisen auf, die von den Betroffenen als existentiell bedrohlich wahrgenommen wurden. Sie leiden an mangelndem Selbstwertgefühl, überschätzen die Anforderung der Umwelt und die Gefahr solcher Situationen. Gleichzeitig unterschätzen sie ihre eigenen Möglichkeiten, Situationen beeinflussen zu können. Betroffene sind sich ihrer Angst normalerweise bewusst, sehen sich jedoch nicht in der Lage, diese selbst dauerhaft zu überwinden. Stattdessen sind sie auf der Suche nach übersteigerter Sicherheit und Kontrolle oder versuchen, ihre Ängste kurzfristig mit dem Konsum von Medikamenten und Drogen zu umgehen.

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