Schizophrenie

Man geht davon aus, dass in der Schweiz rund 80'000 Personen an Schizophrenie leiden. Die Krankheit ist von Mythen und Irrtümern geprägt. Aufklärung schafft Verständnis und baut gleichzeitig Vorurteile ab.

Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens an Schizophrenie zu erkranken, liegt bei etwa 1%. Sie ist die häufigste Form der nicht organischen Psychosen. Das bedeutet, dass die Krankheit nicht ausschliesslich körperlich begründbar ist. Die Ausprägung und der Schweregrad der schizophrenen Symptomatik variiert sehr stark: Bei manchen klingt sie kurzfristig ab, andere wiederum leiden wiederholt darunter. Bei ca. einem Drittel verläuft die Krankheit chronisch.

Fehlendes Wissen und Vorurteile

In unserer Alltagsprache kommt der Begriff «schizophren» oft vor. Aussagen wie «das ist voll schizo» sind keine Seltenheit. Der Begriff «schizophren» kommt aus dem Griechischen und bedeutet «Spaltung der Seele». Laien haben dabei oft die Vorstellung, dass Betroffene unterschiedliche Persönlichkeiten in sich tragen. Die Spaltung der Seele umschreibt jedoch die Tatsache, dass die erlebte Welt stark von der realen Welt abweicht.

Damit einhergehend bestehen in der Öffentlichkeit viele Vorurteile und eine allgemeine Unkenntnis über die Erkrankung. Viele Menschen glauben einerseits, dass Schizophrenie unheilbar ist und andererseits, dass alle Betroffenen unberechenbar, gefährlich und gewalttätig sind. In Wirklichkeit kann die Krankheit heute durch wirksame Medikamente und therapeutische Verfahren behandelt werden. So sind viele Betroffene in der Lage, ein normales Leben zu führen und einer Arbeit nachzugehen. Durch Stigmatisierung, Misstrauen und Diskriminierung werden ihnen jedoch oft Steine in den Weg gelegt, welche die Wiedereingliederung erschweren. Ein Umdenken tut hier not.

Mögliche Symptome

Frühsymptome:

  • Konzentrationsstörungen
  • Veränderte Wahrnehmung
  • Schlaf- und Antriebsstörungen
  • Gesteigertes Misstrauen

Plus-Symptomatik (Zusätzliche Symptome zum normalen Verhalten):

  • Wahn
  • Halluzinationen
  • Ich – Störungen (Körper, Gedanken und/ oder Gefühle werden als fremd erlebt, als von aussen gemacht oder eingegeben)
  • Denkstörungen (Verzerrungen des Denkablaufs, Zerstreutheit mit sprunghaften und unlogischen Gedankengängen)

Minus-Symptomatik (Fehlende und reduzierte Eigenschaften zum normalen Verhalten):

  • Antriebsverlust
  • Sozialer Rückzug
  • Emotionale Verflachung
  • Konzentrationsstörungen
  • Verlangsamung

nach oben