Schwangerschaftsabbruch

In der Schweiz gilt seit 2001 die Fristenlösung. Das bedeutet, eine Abtreibung bis zur 12. Schwangerschaftswoche ist erlaubt und nicht strafbar. Für Jugendliche unter 16 Jahren ist die Beratung durch eine Familienberatungsstelle obligatorisch.

Die Entscheidung, eine ungewollte Schwangerschaft abzubrechen oder das Kind doch zu bekommen, ist für keine Frau einfach!
Ein Gespräch mit der Ärztin/ dem Arzt oder einer unabhängigen Person einer Beratungsstelle kann dabei sehr hilfreich oder entlastend sein. Fachpersonen der Familienberatungsstelle informieren über rechtliche, finanzielle und auch psychologische Aspekte– kostenlos und unabhängig davon, ob sich die Frau für oder gegen einen Abbruch oder auch eine Adoption ausspricht.
Die Entscheidung für oder gegen einen Abbruch der Schwangerschaft liegt am Schluss allein bei der betroffenen Frau – auch die Eltern Minderjähriger oder der Vater des ungeborenen Kindes dürfen nicht darüber entscheiden.

Wie geht ein Schwangerschaftsabbruch vor sich?

Medikamentös

In den ersten 6 bis 7 Wochen kann die Abtreibung noch medikamentös eingeleitet werden. Die Frau kann in der Arztpraxis unter Kontrolle ihres gesundheitlichen Zustands das Medikament – die sogenannte Abtreibungspille Mifegyne/ RU486 – einnehmen. Der Embryo wird wie bei einer Menstruation ausgestossen.

Chirurgisch

Ist die Schwangerschaft schon etwas weiter fortgeschritten, so muss die Frucht entweder mittels Vakuum oder durch Ausschabung der Gebärmutter abgetrieben werden. Beide Methoden erfordern eine Narkose und ein steriles Vorgehen und werden daher im Spital durchgeführt.

Manchmal entscheidet sich eine Frau dafür, das Kind zu bekommen und es sofort nach der Geburt zur Adoption freizugeben. Auch über diese Möglichkeit kann die Beratungsstelle informieren.

Mehr zum Thema:

Flyer: Ungewollt schwanger? Was nun? (PDF, 683 KB)