Tipp des Monats

Februar 2019: Die Zecken werden erst im Frühling aktiv – werden Sie es schon jetzt!

Zecken sind in der gesamten Schweiz unterhalb von 2000m anzutreffen und je nach Witterung bereits von März bis November besonders aktiv. Sie können Überträger der Lyme-Borreliose sein und der Frühsommer-Menigoenzephalitis (FSME), einer von Viren verursachten Entzündung des Gehirns.

Infizierte Zecken sind deutlich öfter Träger der Borrelien als Träger des FSME- Virus. Im Jahr 2018 wurden in der Schweiz mehr als 14‘000 akute Fälle von Borreliose und über 300 FSME-Fälle gemeldet. Diese Fallzahlen sind höher im Vergleich zu den Fallzahlen der vorherigen Jahre. 

Eine übersichtliche Zusammenfassung der Lyme-Borreliose und der FSME liefert das Merkblatt Zecken.

Schutz durch Impfung

Die Borreliose kann mit Antibiotika behandelt werden, nicht jedoch eine FSME. Für diese gibt es eine sichere und gut wirksame Impfung für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren.
Da mit FSME infizierte Zecken nur regional vertreten sind (im Gegensatz zu den schweizweit verbreiteten mit Borrelien infizierten Zecken), gilt die Impfempfehlung für alle erwachsene Personen sowie Kinder im Allgemeinen ab 6 Jahren, die in einem FSME-Risikogebiet  (alle Kantone ausser Genf und Tessin) wohnen oder sich zeitweise dort aufhalten. Für einen vollständigen Impfschutz sind drei Impfdosen innerhalb eines halben Jahres notwendig. Bereits die ersten beiden Dosen, die im Abstand von einem Monat verabreicht werden können, bieten einen wirksamen – wenn auch nur zeitlich begrenzten - Schutz.
Eine im Januar oder Februar begonnene Impfserie schützt somit bereits für die kommende Zeckensaison.

Schutz durch richtiges Verhalten 

Während der Zeckensaison kann man sich beim Aufenthalt in Wald und Wiesen durch gut abschliessende lange Kleidung, Anwendung von Repellentien (Insektenschutzmittel) und Meiden von Kontakt mit dem Unterholz vor einem Zeckenstich schützen. Nach dem Besuch in der Natur ist es sinnvoll, den gesamten Körper (auch die Kopfhaut) und die Kleidung nach Zecken abzusuchen. Hat man eine Zecke gefunden, sollte diese möglichst schnell und ohne Vorbehandlung mit Öl oder Kleber direkt über der Haut gefasst, unter geradem Zug entfernt und die betroffene Stelle desinfiziert werden. Hierzu eignet sich am besten eine feine Pinzette oder eine Zeckenkarte (in Apotheken erhältlich). Bei Auftreten von Fieber, einer sich ausbreitenden Rötung oder Kopfschmerzen sollte man den Rat einer Ärztin bzw. einem Arzt beiziehen.

Schutz mit dem Smartphone

Die ZHAW hat mit fachlicher Unterstützung des Bundesamts für Gesundheit, des Nationalen Referenzzentrums für zeckenübertragene Krankheiten und der Liga für Zeckenkranke Schweiz die kostenlose App «Zecke» entwickelt. Diese interaktive App hat eine Warnfunktion, in der sie das aktuelle Zecken-Gefahrenpotenzial im Gelände anzeigt. Im Informationsteil finden sich Tipps für Schutzmassnahmen gegen Zeckenstiche. Zudem wird das richtige Verhalten bei einem Zeckenstich erklärt und der Nutzer darin unterstützt, eine Borreliose-Erkrankung frühzeitig zu erkennen.

So macht Zeckenprävention richtig Spass!