Prävention in der Gesundheitsversorgung

Nichtübertragbare Krankheiten, psychische Krankheiten und Sucht sind in der Schweiz weit verbreitet. Sie sind für über 80% der Schweizer Gesundheitskosten verantwortlich. Ein gesunder Lebensstil und die Kenntnisse darüber können solche Krankheiten vermindern oder verhindern.
Die Gesundheitsversorgung berücksichtigte die Prävention bisher kaum. Die nationale Strategie der nicht übertragbaren Krankheiten (NCD-Strategie) geht dies nun an: Spitäler, Ärzte und weitere Gesundheitsversorger sollen die Prävention künftig mehr mittragen. Auch der Kanton Basel-Stadt engagiert sich seit 2018 mit dem Projekt SomPsyNet im Bereich Prävention in der Gesundheitsversorgung.

SomPsyNet

SomPsyNet steht für "Prävention psychosozialer Belastungsfolgen in der Somatik: ein Modellprojekt zur kollaborativen Versorgung“. Das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt und das Universitätsspital Basel setzen SomPsyNet zusammen mit dem Bethesda Spital, dem St. Claraspital und der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER um. Beteiligt ist auch ein grosses Konsortium bestehend aus ca. 20 weiteren Partnern. Das Projekt läuft von 2019 bis 2022.

Versorgungsmodell zur Prävention psychosozialer Belastungsfolgen

SomPsyNet möchte im Kanton Basel-Stadt ein Modell zur Prävention psychosozialer Belastungsfolgen etablieren. Dies geschieht unter Einbezug von wichtigen Partnern aus der Versorgungskette. Das Projekt setzt auf folgende Schwerpunkte:

  • Psychosoziale Belastungen bei somatischen Patienten sollen frühzeitig erkannt und bedarfsgerecht behandelt werden.
  • Dazu werden Patienten in körpermedizinischen Spitälern identifiziert. Dies geschieht durch Befragungen von Patienten in Zusammenarbeit mit ausgewählten Spitalstationen.
  • Es folgt eine Abklärung, ob der/die Betroffene Bedarf an einer Intervention hat. Dieser Prozess wird durch psychosomatische Fachpersonen unterstützt.
  • Begleitend wird eine Online-Plattform aufgebaut. Diese Plattform vernetzt verfügbare Angebote. Und sie ermöglicht es, geeignete Interventionen an die betroffenen Patienten zu vermitteln.

Ziel von SomPsyNet ist es, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Systembezogen will das Netzwerk Schnittstellen verbessern und Kosten senken.

Förderung durch Gesundheitsförderung Schweiz und BAG

Die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz unterstützt zusammen mit dem Bundesamt für Gesundheit seit 2018 Programme zur Prävention in der Gesundheitsversorgung (PGV). Im Rahmen der Förderrunde 2018 wurden 14 Projektanträge genehmigt. Eines der geförderten Projekte ist "SomPsyNet" in Basel-Stadt. Insgesamt beträgt der Förderbeitrag von Gesundheitsförderung Schweiz für SomPsyNet 2 Millionen Franken.

Die Prävention in der Gesundheitsversorgung (PGV) unterstützt Menschen, die von nichtübertragbaren Krankheiten (NCDs), Suchterkrankungen und/oder psychischen Erkrankungen betroffen sind oder in Bezug auf diese drei Krankheitsbereiche erhöhte Erkrankungsrisiken aufweisen.

Die Projektförderung Prävention in der Gesundheitsversorgung wurde geschaffen, um innovative Ansätze und die Entwicklung von Gesundheitspfaden entlang der gesamten traditionellen Versorgungskette zu unterstützen. Im Kontakt mit der Gesundheitsversorgung sollen Betroffene künftig vermehrt präventive Angebote nutzen können.

Link: www.gesundheitsfoerderung.ch/pgv