Mpox (Affenpocken)

Aktuelle Situation

Aktuell wird eine Häufung von Mpox (Affenpocken-) -infektionen in Europa und Nordamerika festgestellt. Mpox ist eine virale Infektionskrankheit, die durch ein Orthopoxvirus verursacht wird. Beim Menschen weist das klinische Bild eine gewisse Ähnlichkeit mit Pocken (Variola) auf, wobei eine Mpox-Infektion generell milder verläuft.
Weitere aktuelle Informationen zur Situation und Lageeinschätzung finden Sie auf den Seiten des Bundesamtes für Gesundheit (BAG):

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Meldung

*Stand 21.07.2022

Mpox (Affenpocken) sind meldepflichtig. Neu ab 20.07.2022 müssen bestätigte Fälle innerhalb von 24h Stunden mittels "Formular zum klinischen Befund Affenpocken" an den kantosärztlichen Dienst gemeldet werden. Verdachtsfälle müssen nicht mehr gemeldet werden.

Die Meldung an den kantonsärztlichen Dienst (KÄD) erfolgt über folgenden Kontakt:

  • per Mail an epi-bs@hin.ch
  • Bei Rückfragen können Sie sich Mo-Fr (08:00-17:00Uhr) an folgende Nummer wenden: 061 267 01 90

Vorgehen bei Verdacht auf Mpox (Affenpocken):

  • Der behandelnde Arzt empfiehlt der Patientin oder dem Patienten, sich zu Hause zu isolieren und insbesondere bis zum Erhalt des Laboresultats enge Kontakte zu vermeiden.
  • Labordiagnostik mittels PCR aus Abstrich oder Biopsie von Hauteffloreszenzen- die Proben müssen an das nationale Referenzzentrum für neu auftretende Virusinfektionen gesendet werden (Formulare siehe CRIVE)
    • Wichtig! Vor Senden der Proben sollte das Labor telefonisch informiert werden
    • Kontakt-Nummer 079 55 30 922 (24 Stunden am Tag)
    • Verdachtsfall: Versand in Kategorie B UN 3373 (dreifach verpackt)
    • Bestätigter Fall: Versand in Kategorie A UN 2814
  • Meldung an den KÄD innerhalb von 24h nach Bestätigung der Infektion (Formular Meldung zum klinischen Befund Affenpocken).
  • Befunde von ausländischen Personen werden durch den KÄD an das BAG zur Weiterleitung übermittelt.

Nach Erhalt eines postiven Laborresultats kontaktiert der Kantonsärztliche Dienst die Patientin oder den Patienten, ermittelt allfällige Risikokontaktpersonen und informiert über die weiteren Hygiene- und Isolationsempfehlungen.

Laboranalytische Meldung

  • Erfolgt durch das analysierende Labor.
  • Positive Befunde sollen durch das analysierende Labor innerhalb von 24h an den kantonsärztlichen Dienst und dem BAG gemeldet werden.

Ausführliche Informationen zum Vorgehen und zur Meldung finden Sie hier:

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Falldefinition

*Stand 06.07.2022

Die BAG hat für den aktuellen Ausbruch, folgende Falldefinitionen erstellt (Anpassungen können noch folgen):

Verdachtsfall:

Ein Verdachtsfall ist eine Person jeden Alters und mit jeglicher sexuellen Orientierung, bei der eines oder mehrere der folgenden häufigen Symptome besteht oder bestand, welche differentialdiagnostisch nicht erklärt werden können:

  • Akuter Hautausschlag oder einzelne Läsion (Bläschen, danach Pusteln und schliesslich Krusten, ähnlich wie bei Pocken).
  • Kopfschmerzen
  • Akut auftretendes Fieber (>38,5 C)
  • Lymphadenopathie (geschwollene Lymphknoten)
  • Myalgie (Muskel- und Körperschmerzen)
  • Rückenschmerzen
  • Asthenie (ausgeprägte Schwäche)
  • Proktitis (Entzündung der Schleimhaut des Mastdarms)
  • Balanitis (Entzündung der Peniseichel)

=> Es ist nicht erforderlich, negative Laborergebnisse für die aufgelisteten* häufigen Ursachen von Hautausschlägen zu erhalten, um einen Fall als Verdachtsfall einzustufen.

=> Eine Mpox-Infektion kann auch zeitgleich mit einer Differentialdiagnose auftreten:

*Varizella zoster, Herpes zoster, Masern, Zika, Dengue, Chikungunya, Herpes simplex, bakterielle Hautinfektionen, disseminierte Gonokokkeninfektion, primäre oder sekundäre Syphilis, Chancroid, Lymphogranuloma venereum, Granuloma inguinale, Molluscum contagiosum, allergische Reaktion (z. B. auf Pflanzen) und alle anderen lokal relevanten häufigen Ursachen von papulösem oder blasigem Hautausschlag.

Ein Fall ist umso wahrscheinlicher, wenn eine oder mehrere der folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • eine epidemiologische Verbindung zu einem Verdachts- oder bestätigten Fall von Mpox in den letzten 21 Tagen vor dem Auftreten der Symptome.
  • Enger und langer Körperkontakt in den letzten 21 Tagen vor Symptombeginn, insbesondere bei wechselnden und/oder anonymen Sexualpartnerinnen/partner.
  • Direkter enger Körperkontakt in den letzten 21 Tagen vor Symptombeginn mit einem Mann welcher Sex mit Männern hat.
  • Teilnahme an Veranstaltungen mit direktem engem Körperkontakt (insbesondere Haut- und Schleimhautkontakt).

Bestätigter Fall:

  • Ein Fall, bei dem der Nachweis des Mpox-Virus im Labor durch einen PCR-Test bestätigt wurde.

Die Falldefinitionen sind dynamisch und können je nach weiterem Verlauf angepasst werden:

Für aktuelle Informationen verweisen wir daher auf die WHO-Website:

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Woher kommt Mpox (Affenpocken)?

Mpox verursacht gelegentlich auf dem afrikanischen Kontinent Ausbrüche. Die Infektionserkrankung wird von Tieren (vermutlich Nagetiere) auf den Menschen übertragen (Zoonose). Seit Anfang Mai 2022 wurde erstmals eine Häufung von Mpox in mehreren Ländern in Europa und auch in Nordamerika festgestellt. Die Übertragung fand wahrscheinlich von Mensch zu Mensch statt und nicht alle Betroffenen haben eine Reiseanamnese in einem Risikogebiet (West und Zentralafrika).

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Wie wird Mpox (Affenpocken) übertragen?

Das Mpox-Virus befällt verschiedene Nagetierarten als Wirtstiere, als Fehlwirt auch Affen und Menschen. Eine Übertragung durch Tier auf den Mensch kann zum Beispiel durch einen Biss durch infizierte Tiere, durch Essen von nicht vollständig gekochtem Fleisch oder durch engen Kontakt mit solchen Tieren geschehen.
Beim aktuellen Ausbruch stehen Übertragungen von Mensch zu Mensch im Vordergrund. Dabei kann die Übertragung durch engen Kontakt einer infizierten Person erfolgen über:

  • Haut und Schleimhäute (zum Beispiel Auge, Nase, Mund, Geschlechtsorgane)
  • Hautverletzungen (infiziertes Sekret oder Blut),
  • kürzlich kontaminierte Gegenstände (zum Beispiel Bettwäsche, Handtücher, Kleider, Hygieneartikel, Türgriffe) oder
  • Atemwegssekrete oder grosse Atemwegströpfchen,

Sexueller Kontakte mit einer erkrankten Person können die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von Mensch zu Mensch erhöhen. Es scheint, dass momentan insbesondere (aber nicht ausschliesslich) Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), ein erhöhtes Risiko einer Ansteckung haben.
Es ist derzeit nicht gesichert, ob Mpox auch durch Sperma oder Vaginalsekret verbreitet werden können. Gesichert ist jedoch, dass das Virus durch direkten Haut- und Schleimhautkontakt auch während sexueller Aktivitäten übertragen werden kann. Die Übertragungswege beim aktuellen Ausbruch werden wissenschaftlich untersucht.
 

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Welche Beschwerden verursacht Mpox (Affenpocken)?

Zu den Symptomen gehören Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, geschwollene Lymphknoten, Schüttelfrost und Erschöpfung. Typischerweise entwickelt sich ein Ausschlag mit Bläschen oder Pusteln (ähnliche wie Pocken). Die Zeitspanne von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung beträgt in der Regel 5 bis 21 Tage.

Die Krankheit verläuft in der Regel mild. Die meisten Betroffenen erholen sich innerhalb weniger Wochen. Immungeschwächte Personen sowie Säuglinge, Kinder, junge Erwachsene, schwangere Frauen und Menschen im Alter scheinen ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf zu haben.

Es ist wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, dass Fälle von Mpox ähnlich wie einige sexuell übertragbare Infektionen, z. B. Herpes, aussehen und mit anderen Diagnosen verwechselt werden können. 

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Behandlung und Impfung

Die Behandlung ist hauptsächlich symptomatisch. In schweren Fällen kann nach fachlicher Beratung eine antivirale Therapie (Tecovirimat) verabreicht werden.

Es gibt keinen spezifischen Impfstoff gegen Mpox. Die Pockenimpfstoffe der ersten und zweiten Generation, die im Rahmen des Programms zur Ausrottung der Pocken – in der Schweiz bis 1972 – verabreicht wurden, verleihen einen wirksamen Schutz. Ein Pockenimpfstoff der dritten Generation (MVA-BN/Imvanex) wurde in Europa für die Immunisierung gegen Pocken bei Erwachsenen zugelassen. Dieser bietet auch einen guten Schutz gegen Mpox. Der Impfstoff gegen MPOX der Firma Bavarian Nordic ist jetzt in der Schweiz verfügbar. Weitere Informationen finden Sie unter Mpox Impfung.

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